Schon seit 2011 gibt es für europabegeisterte Jugendliche eine Plattform zum Debattieren über aktuelle Ereignisse, die vor allem die EU betreffen, das European Youth Parliament (EYP). Jedes Jahr gibt es mehrere Auswahlsitzungen in ganz Europa, wobei es von regionalen Auswahlsitzungen zu nationalen, bis hin zu internationalen Sitzungen kommen kann.

 

Die diesjährige regionale, norddeutsche Sitzung des European Youth Parliament fand im idyllischen Nauen statt. Als einzige Berliner Schule konnten wir uns mit unserer Resolution für die Auswahlsitzung qualifizieren.

Am 20.04  ging es also los. Sieben Teilnehmer unserer Schule: Sophia Dübner (11), Lena Chairi (11) Olivia Warkus (11), Natalie Görlitz (11), Isabel Matthes (12), Aytel Isfandirowa (12) Arina Kuranova (12) fuhren unter der Begleitung von Frau Useli. Traurigerweise ist es selbst uns Großstädtern, die sich überall zurechtfinden, gelungen, uns in einem Drei-Straßen-Ort wie Nauen zu verlaufen. Jedoch kamen wir am Leonardo Da Vinci Campus noch rechtzeitig an und lernten so langsam die anderen Teilnehmer  aus Norddeutschland sowie aus dem Ausland (z.B. Frankreich, Finnland oder Armenien) kennen.

Kurz nach dem Auspacken begann unsere Comitee-Findung. Wie jedes Jahr ist es zunächst seltsam, in einer Gruppe zu stehen, in der man keinen der anderen kennt und die Chairpersons (Gruppenleiter) ungefähr so alt sind wie man selbst. Um die Situation etwas aufzulockern, begannen dann aber schnell die Gruppenspiele, durch die man sich gegenseitig besser kennenlernen konnte.

 

 

  

Am folgenden Tag ging es dann darum, mit seinem Comitee eine Resolution zu einem gegebenen Problem zu erarbeiten. Dabei wird jedem Comitee ein bestimmtes politisches Problem zugeordnet, ähnlich wie im Europäischen Parlament. Am Ende des anstrengenden Tages hat man dann eine Resolution mit seinem Team auf Englisch ausgearbeitet, die die Gruppenleiter über Nacht überarbeiten und drucken. Am nächsten Morgen erhält man nun ein Heft mit den Resolutionen der Gruppen und bewertet, wie gut sie ihr Problem lösen konnten. In den folgenden Stunden bereitet man sich darauf vor, seine Resolution zu präsentieren und sie vor Kritiken zu verteidigen. Im Gegenzug kann man auch fremde Resolutionen durch Reden oder Kurzkommentare kritisieren. Die Debatte selbst findet in einem Landesparlament (in diesem Jahr fanden die Debatten im  Brandenburger Landesparlament),  wodurch man einen ersten Eindruck über die politische Entscheidungsfindung erhält und sich schon recht besonders fühlt, wenn man im eleganten Outfit in einem Landesparlament debattiert. Über zwei Tage haben wir  im Landtag über die Resolutionen debattiert und abgestimmt. Am letzten Tag wurde bekanntgegeben, wer von den Teilnehmern sich für die nationale Auswahlsitzung qualifiziert hat. Unsere Schule hat es leider nicht geschafft.

Für einen runden Abschluss sorgt noch die EYP-Tradition, dass alle Beteiligten aufstehen um gemeinsam John Lennons „Imagine“ singen.

Im Allgemeinen ist das EYP ein sehr gelungenes Konzept und macht auch unglaublich viel Spaß. Man kommt aus der eigenen Comfort-Zone raus, erweitert den eigenen Horizont und verbessert die Englisch-Kenntnisse ungemein. Auch wenn man nicht unbedingt Delegierter sein möchte, kann man sich jederzeit als Organisator oder Mitglied des Mediateams melden, und schon ist man involviert. Wir  alle sind überzeugt, weiterhin in irgendeiner Weise im EYP involviert zu bleiben, und können folgende Jahrgänge nur dazu ermutigen, auch mit EYP anzufangen.

 

Arina Kuranova